Griechenland 2025, Teil 2: Vom Fährhafen über den Peloponnes nach Athen

12. Mai 2025 · English version
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Griechenland 2025, Teil 2: Vom Fährhafen über den Peloponnes nach Athen

Ein brandneuer Supercharger, eine Lade-App mit Tücken, Gratis-Strom bei Lidl – und Olympia.

Angekommen in Griechenland

Nach einer entspannten Nacht auf dem Schiff erreichten wir am frühen Morgen Igoumenitsa. Den ursprünglichen Plan, über die Küstenstrasse E55 Richtung Patras und Peloponnes zu fahren, hatten wir verworfen: Dort gab es weit und breit keine Schnelllader, höchstens ein paar AC-Säulen. Und auch am Fährhafen selbst: so gut wie keine Infrastruktur. Ein Hafen, ein paar Häuser, keine einzige Ladesäule.

Erster Ladestopp: ein Supercharger, den es noch gar nicht gab

Also ging es über die Autobahn A2 nach Ioannina. Dort stand der einzige HPC-Lader weit und breit. Von der Reichweite her hätte es gereicht, aber ich wollte kein Risiko eingehen – zum Glück. Die A2 führt die Berge hinauf, und die Restreichweite schmolz nur so dahin. In Ioannina kamen wir mit gerade noch rund 50 Kilometern an.

Auf dem Weg zum Einkaufszentrum dann die Überraschung: ein nagelneuer Tesla Supercharger, der vor unserer Abreise noch nicht einmal in der App zu finden war. Den haben wir natürlich gleich genutzt und den Akku vollgeladen: 59 kWh für 24.69 Euro, also rund 42 Cent pro kWh. Danach ging es über die Autobahn A5 Richtung Patras.

Der VW ID.3 am neuen Tesla Supercharger in Ioannina

Mit der Fähre über den Golf von Korinth

Bei Patras überspannt die grosse Rio-Andirrio-Brücke den Golf von Korinth. Wir haben uns trotzdem für die kleine Fähre entschieden und kamen am Nachmittag endlich auf dem Peloponnes an. Nach einem kurzen Abstecher nach Patras ging es weiter nach Kato Achaia.

Die Rio-Andirrio-Brücke über den Golf von Korinth

Kato Achaia: die Lade-App mit Tücken

Unser erstes Hotel lag direkt am Strand und hatte eine eigene Ladesäule. Dort habe ich zum ersten Mal eine Säule erlebt, bei der man zuerst Guthaben aufladen muss – betrieben von Blink Charging Hellas. Die Blink-App hatte ich schon vorher installiert, mich registriert und die Kreditkarte hinterlegt – trotzdem lud das Auto nicht. Immer wieder kam die Meldung „No Credit“. Die Lösung: Man muss tatsächlich zuerst Geld von der Kreditkarte in die App laden. Ich habe 20 Euro aufgeladen, und endlich floss der Strom: über Nacht 34 kWh für 14.64 Euro.

Wer jetzt denkt, die Ladekosten würden danach vom Guthaben abgezogen, der irrt. Der Betrag wurde direkt von der Kreditkarte abgebucht, die 20 Euro blieben unangetastet in der App. Das Ende vom Lied: Nach der Reise musste ich dem Support schreiben und um Rückerstattung bitten. Man glaubt es kaum. Die gute Nachricht: Der Support hat schon am nächsten Tag geantwortet, und die 20 Euro waren sehr schnell zurück. Mein Fazit zu Blink: umständliche App, aber sehr guter Support. Und am nächsten Morgen war der Akku voll.

Der VW ID.3 am Strand bei Patras

Olympia und kostenlos laden bei Lidl in Griechenland

Weiter ging es nach Pyrgos, ganz in der Nähe des antiken Olympia. Dort haben wir uns die Ausgrabungen angeschaut – absolut faszinierend, wenn man bedenkt, was hier vor Tausenden von Jahren organisiert wurde.

Weil wir pro Tag nur kurze Etappen fuhren, war das Laden nie ein Problem. In Pyrgos gab es sogar einen Lidl, an dem man kostenlos laden konnte. Zwar nur mit höchstens 18 kW und nach 30 Minuten wird die Ladung unterbrochen – aber man steckt einfach wieder an, und es geht eine weitere halbe Stunde. Überhaupt: Alle Lidl-Ladesäulen, die wir in Griechenland gefunden haben, waren kostenlos, manche mit 11 kW, andere mit bis zu 18 kW.

Kalamata, Nafplio und der Kanal von Korinth

Von dort ging es über Kalamata und die alte Hauptstadt Nafplio Richtung Korinth. Natürlich haben wir uns den berühmten Kanal von Korinth angeschaut und sind über die Brücke gelaufen.

Athen

Zum Abschluss fuhren wir nach Athen und verbrachten dort noch einige Nächte, wieder in einem Hotel mit Ladesäule. Auf Reisen versuche ich, Hotels mit Lademöglichkeit zu bevorzugen. Auf dem Peloponnes gab es davon nicht viele, in Athen hat es aber wunderbar geklappt.

Nach ein paar tollen Tagen habe ich Jurgita zum Flughafen gebracht – sie hatte weniger Urlaub als ich und ist nach Hause geflogen. Ich habe dann ganz entspannt die Rückreise angetreten: einmal durch Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Österreich und Deutschland zurück in die Schweiz. Mehr dazu in Teil 3.

Karte von Teil 2: Igoumenitsa über den Peloponnes nach Athen

Teil 2 in Zahlen

rund 1000 Kilometer von Igoumenitsa bis Athen. Belegt sind sieben Ladungen mit zusammen 225 kWh für rund 105 Euro: der Tesla in Ioannina, das Hotel in Kato Achaia und fünf Ladungen mit der We-Charge-Karte. Dazu kamen die Gratis-Ladungen bei Lidl. Wie wir mit höchstens 40 Prozent Akku auf die Fähre kamen, steht in Teil 1.