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Griechenland 2025, Teil 1: Von Zug nach Brindisi
Drei Tage durch Italien, eine Nacht bei Ferrari – und mit höchstens 40 Prozent Akku auf die Fähre.
Im Mai 2025 hatten wir zweieinhalb Wochen Urlaub, und die Frage war: Wohin in Europa? Mit dem Auto sollte es sein, und am liebsten in ein Land, in dem wir noch nie waren. Die Wahl fiel auf Griechenland – irgendwie hatte ich es bis dahin nie geschafft, dorthin zu fahren oder zu fliegen. Warum mit dem Auto? Wir wollten das Land entdecken und viel herumfahren. Der Weg war ein bisschen das Ziel.
Laden in Griechenland? Ernüchternd.
Als Erstes habe ich bei den üblichen Anbietern nachgeschaut. Das Ergebnis 2025: Tesla hatte in Griechenland nur eine Handvoll Supercharger, IONITY gar keinen. Überhaupt ist IONITY in Osteuropa kaum vertreten – weder in Rumänien noch in Bulgarien noch in Griechenland.
Die Rettung war We Charge von VW. In der Schweiz gibt es dort einen Tarif für vier Wochen: Der International-Tarif kostet 17.99 Franken. Damit lädt man im Ausland zu festen Preisen, an AC- und an DC-Säulen. Ich habe mir die Preisliste für alle Länder heruntergeladen: fair und super einfach. Eine Ladekarte für alle Länder.
Über Land oder mit der Fähre?
Zur Auswahl standen zwei Wege: über Land via Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien und Bulgarien – oder durch Italien und dann mit der Fähre. Für die Hinfahrt haben wir uns für die Fähre entschieden: Grimaldi Lines ab Brindisi, über Nacht nach Griechenland.
Die Überraschung bei der Buchung: maximal 40 Prozent
Schon beim Buchen kam die erste Besonderheit. Grimaldi weist gross darauf hin: Bei Elektroautos darf der Akku höchstens zu 40 Prozent geladen sein. Ich habe nachgelesen: Laut griechischen Vorschriften gilt das auf allen Fähren von und nach Griechenland und innerhalb Griechenlands. Für Gasautos liegt die Grenze bei 50 Prozent. Die Regel des griechischen Schifffahrtsministeriums gilt seit April 2024 (mehr dazu beim ADAC). Warum genau, weiss ich nicht – auf anderen Fähren, etwa über den Ärmelkanal oder von Frankreich nach Irland, gibt es teilweise sogar Ladesäulen an Bord.
Die Aufgabe war also klar: von der Schweiz nach Brindisi fahren und mit höchstens 40 Prozent auf die Fähre. Dazu kam, dass es rund um den Hafen in Griechenland kaum Schnelllader gab, eher nur AC-Säulen. Wir beschlossen: Das planen wir, wenn wir dort sind.

Tag 1 und 2: Maranello – die Stadt lebt Ferrari
Die Strecke haben wir auf drei Etappen mit zwei Übernachtungen verteilt. Die erste führte nach Maranello. Natürlich haben wir die Gelegenheit genutzt: Übernachtung im Ferrari-Hotel und ein Besuch im Ferrari-Museum. Die ganze Stadt lebt Ferrari. An jeder Pizzeria und jedem Geschäft hängen Ferrari-Flaggen. Ein tolles Erlebnis.
Termoli: ein Abend am Meer
Nach dem Museum ging es weiter nach Termoli, einem kleinen, sehr idyllischen Küstenort an der Adria. Dort hatten wir ein Hotel gebucht und einen schönen Abend verbracht. Unterwegs haben wir in Forlì an einer IONITY-Station geladen – bezahlt ganz einfach mit der We-Charge-Karte.

Tag 3: Ankommen mit (fast) leerem Akku
Die Fähre legte erst um 23 Uhr ab. So hatten wir den ganzen Tag Zeit für die Fahrt nach Brindisi und konnten die Landschaft geniessen. Das Ziel: möglichst leer in Brindisi ankommen. Rund vier Kilometer vor dem Fährhafen gab es noch eine IONITY-Ladestation, dort haben wir genau bis 40 Prozent geladen und sind dann zum Hafen gefahren.
Am Abend haben wir eingecheckt. Beim Auffahren auf die Fähre, die „Kydon Palace“, wurde dreimal kontrolliert, ob der Akku wirklich nicht mehr als 40 Prozent hatte.

Mein Tipp
Wer mit dem Elektroauto nach Griechenland, von dort weg oder innerhalb Griechenlands Fähre fährt: Den Akku vorher auf höchstens 40 Prozent bringen. Das Personal kontrolliert es tatsächlich.
Am späten Abend legten wir in Brindisi ab – über Nacht Richtung Griechenland. Wie es dort weiterging, erzähle ich in Teil 2.
Etappe 1 in Zahlen: rund 1300 Kilometer in drei Tagen, fünf Ladestopps, 146 kWh für rund 67 Franken – alles mit der We-Charge-Karte.
